Steine bemalen mit Kindern – was ihr wirklich braucht
Ein Stein, Farbe, ein Nachmittag. Mehr steckt nicht dahinter, und genau deshalb funktioniert es auch an einem verregneten Sonntag, an dem niemand mehr Lust auf Anziehen hat. Den Stein findet ihr auf dem Spielplatz, am Pankeufer oder im Baumarkt — handtellergroß und einigermaßen glatt ist ideal, weil die Farbe darauf hält und das Motiv später noch zu erkennen ist. Wascht ihn kurz ab und lasst ihn trocknen, sonst blättert alles wieder ab.
Am besten hält Acrylfarbe. Sie deckt auf dunklem Stein, trocknet in einer halben Stunde und übersteht auch eine Hosentasche. Wasserfarbe geht ebenfalls, verwischt aber, solange der Stein noch feucht ist — wer damit malt, plant besser eine Nacht Trockenzeit ein. Klarlack ist möglich, aber kein Muss; für den Weg in den Laden reicht die nackte Farbe. Und für den Tisch gilt: Zeitung drunter, alte Kleidung an, dann bleibt der Nachmittag entspannt.
Warum das mit kleinen Kindern besser klappt als Basteln
Ein Stein hat keine Rückseite, die schief werden kann, und kein Ergebnis, das man mit dem Nachbarkind vergleicht. Ein Vierjähriger malt ihn in zwei Minuten komplett blau an und ist fertig; ein Siebenjähriger sitzt eine halbe Stunde an einem Marienkäfer. Beides ist richtig, und beides zählt hier gleich viel. Es gibt keine Vorlage, keine Bewertung und nichts, was man falsch machen kann — der seltene Fall, in dem ein Kind ein Ergebnis mit nach Hause bringt, ohne dass jemand nachgeholfen hat.
Dazu kommt der Teil, der Eltern oft mehr freut als die Kinder: Der Stein ist ein Grund, rauszugehen. Er will abgegeben werden, also entsteht aus dem Basteln fast von selbst ein kleiner Ausflug in den Kiez — und am Ziel wartet jemand, der sich freut.
Was mit den Steinen im Laden passiert
Jeder teilnehmende Laden stellt ein Glas auf. Wer seinen Stein abgibt, legt ihn dort hinein, und über die Wochen wird daraus eine Sammlung: irgendwann steht auf dem Tresen ein Glas voller bemalter Steine, jeder einzelne von einem Kind, das da war. Es gibt keine Bestenliste, kein Ranking und nichts zu gewinnen. Ein blau angemalter Kiesel steht gleichberechtigt neben einem sorgfältig gepunkteten Marienkäfer.
Wie viele Steine insgesamt zusammengekommen sind, tragen wir weiter oben auf dieser Seite nach — von Hand, immer wenn uns ein Laden zurückmeldet, wie voll sein Glas ist. Die Zahl hinkt der Wirklichkeit deshalb meistens ein Stück hinterher.
Eine Aktion aus dem Kiez, nicht aus dem Marketing-Budget
Die Läden machen freiwillig mit und bekommen dafür kein Geld. Sie geben eine Kleinigkeit aus, weil sie Familien im Viertel gernhaben — nicht, weil eine Kampagne es vorschreibt. Was der einzelne Laden anbietet und was dazugehört, legt er selbst fest; es steht offen auf seiner Karte, damit es vor Ort keine Überraschung gibt. Wenn es an einem Tag mal nicht passt, weil viel los ist oder etwas ausgegangen ist, ist das kein böser Wille.
Wer noch mehr zum Selbermachen sucht, findet bei uns laufend Bastel- und Kreativangebote für Kinder in Familienzentren und offenen Werkstätten. Und wer den Kiez zu Fuß erkunden will, kann den Panke-Entdeckerpfad mit dem Steinesuchen verbinden — Rätselstationen am Wasser, Steine gibt es dort ohnehin genug. Alle unsere besonderen Formate stehen unter Entdecken.