So war die Lange Nacht der Museen 2026 mit Kindern
75 Museen haben zur Langen Nacht der Museen eingeladen — ein Ticket galt für alle Häuser und alle vier Shuttle-Buslinien. Wir zeigen eine Auswahl der Programmpunkte, die wirklich zu Kindern gepasst haben. Die nächste Lange Nacht der Museen findet in einem Jahr wieder statt.
Was war die Lange Nacht der Museen 2026?
Einmal im Jahr öffnen 75 Berliner Museen bis tief in die Nacht: Am 29. August 2026 galt von 18 bis 2 Uhr ein einziges Ticket für alle Häuser und alle vier Shuttle-Buslinien, die zwischen den Standorten pendelten. Von der Erwachsenen-Perspektive her ist das ein Abend für Wein und lange Führungen — dabei hatte der Großteil der Häuser tatsächlich auch Programm fürs Familienpublikum im Angebot: 70 der 75 Museen zeigten mindestens einen Programmpunkt, bei dem Kinder mitmachen statt nur zuhören durften — Detektiv-Rallyes, Mitmach-Werkstätten und Führungen zum Anfassen.
Wie man zwischen den Häusern hin- und herkam
Vier Shuttle-Buslinien verbanden unterschiedliche Teile der Stadt miteinander, alle im Ticket enthalten. Für Familien lohnt sich ohnehin eher die Reduktion auf zwei, drei Häuser in derselben Gegend als ein Zickzack quer durch die ganze Stadt — das gilt auch für den nächsten Jahrgang.
Ehrlich gesagt: man fuhr bewusst rein
Die Häuser mit dem dichtesten Familienprogramm lagen mehrheitlich in Mitte, Tiergarten und Charlottenburg — nicht vor der eigenen Haustür im Berliner Norden. Eine Ausnahme gab es: das Labyrinth Kindermuseum in Gesundbrunnen liegt tatsächlich in unserem Kernkiez. Für den Rest galt: ein Ausflug quer durch die Stadt, der sich lohnte, aber ehrlich als solcher geplant sein wollte.
Das war die Lange Nacht der Museen 2026
Eine Auswahl echter Programmpunkte aus allen Berliner Bezirken vom 2026er Jahrgang — die nächste Lange Nacht der Museen findet in einem Jahr wieder statt.
Amerika Haus Führung
Kaum jemand weiß, dass das heutige C/O Berlin am Bahnhof Zoo einmal Amerika Haus hieß und in der Nachkriegszeit als US-amerikanisches Kulturinstitut diente. Ursprünglich als prachtvolle Gründerzeitvilla erbaut, ist das Gebäude heute Ausstellungsort für Fotografie und visuelle Medien. Erfahrene Guides führen Euch durch die verschiedenen Kapitel seiner Geschichte – von der glamourösen Bauzeit über die politische Rolle im Kalten Krieg bis zur heutigen Nutzung. Eine Entdeckungsreise durch eines der wechselhaftesten Häuser der Stadt.
Detektiv*innen-Rallye im Museum: Erstellt ein Phantombild!
Aus der Schatztruhe im Labyrinth Kindermuseum ist etwas verschwunden, und die Polizei braucht Verstärkung. Kinder zwischen 3 und 11 Jahren folgen bei dieser Rallye versteckten Spuren durch die Ausstellung, befragen fiktive Zeug*innen und zeichnen am Ende ein eigenes Phantombild der tatverdächtigen Person. Abgegeben wird die fertige Zeichnung direkt am Polizei-Infostand – vielleicht führt genau sie zur Aufklärung des Falls.
LEGO® Build the Change
Mit bunten LEGO-Steinen könnt ihr hier eigene Antworten auf große Stadtfragen bauen: mehr Platz zum Spielen, mehr Grün, nachhaltigeres Bauen. Statt fertiger Konzepte sind eure Ideen gefragt – schließlich gestaltet die junge Generation die Stadt von morgen mit. Wer möchte, kann sein fertiges Bauwerk anschließend fotografieren und über die LEGO-Website mit anderen teilen. Ein offener Mitmach-Workshop für kleine und große Baumeister*innen, bei dem am Ende ein ganz persönliches Zukunftsmodell entsteht.
Beratung zur Einsicht in Stasi-Akten
Wer wissen möchte, was die Stasi einst über die eigene Person gesammelt hat, hat dazu ein gesetzlich verbrieftes Recht. An diesem Stand erklären Mitarbeiter*innen, wie ein Antrag auf Akteneinsicht gestellt wird und welche Schritte danach folgen. Eine gute Gelegenheit für alle, die schon länger überlegt haben, ihre eigene Akte einzusehen, sich direkt vor Ort beraten zu lassen.
Krimi-Spiel in den Goldenen Zwanzigern
Berlin in den Goldenen Zwanzigern: An einer interaktiven Station des Deutschlandmuseums übernehmt ihr die Rolle eines Kommissars, der einen Einbruch aufklären soll. Die Zeit drängt, für ausführliche Befragungen aller Verdächtigen bleibt keine Ruhe – wer hier gewinnen will, muss die Aussagen genau vergleichen und Widersprüche entlarven, bevor die Spur kalt wird. Ein kleines Detektivspiel mitten im Berlin der Zwanzigerjahre.
Fälscherwerkstatt Hamburger Bahnhof
Im Atelier des Hamburger Bahnhof dürft ihr für einen Abend selbst in die Rolle von Kunstfälscher*innen schlüpfen. In der Fälscherwerkstatt probiert ihr Techniken berühmter Kunstwerke aus und findet heraus, wie sich bekannte Stile nachahmen lassen. Am Ende entsteht dabei ein ganz eigenes Werk, das ihr mit nach Hause nehmen könnt. Ein praktisches, kreatives Angebot für alle, die nicht nur Kunst anschauen, sondern selbst mit Pinsel und Technik experimentieren wollen.
Sterne über Berlin
Auch das Zeiss-Großplanetarium lässt seinen Projektor den Nachthimmel an die Kuppel zaubern – mit allen Sternbildern, die über Berlin eigentlich unsichtbar bleiben, weil das Stadtlicht sie überstrahlt. Die Vorführung erklärt, welches Sternbild wo steht und wie man sich am Himmel orientiert, ganz praktisch für den nächsten Blick nach oben zu Hause. Kinder wie Erwachsene nehmen am Ende ein kleines Extra-Wissen mit, etwa den Unterschied zwischen einem Planeten und einem Fixstern oder warum manche Sterne heller leuchten als andere. Ein kompaktes Programm mit hohem Aha-Effekt.
Live Painting – Crime in Colour
Im Innenhof des Urban Nation Museums entsteht live ein gemeinsames Graffiti-Werk: Die Künstler Age Age und Tomsta greifen den Begriff „Crime" auf und interpretieren ihn frei im Kontext von Graffiti und Urban Art. Direkt vor euren Augen wachsen Formen und Farben zu einem Piece heran – spontan, unmittelbar und in ständiger Bewegung. Welche Botschaft am Ende entsteht, bleibt bis zum letzten Sprühstoß offen. Ein Programmpunkt zum Zuschauen, wie aus einer leeren Wand über den Abend hinweg ein fertiges Kunstwerk wird.
Musikalische Begrüßung durch den Polizisten am Leierkasten
Schon am Eingang der Polizeihistorischen Sammlung wartet ein ungewöhnlicher Empfang auf euch: Ein Polizist in Uniform dreht die Kurbel eines Leierkastens und begleitet den Einlass mit Alt-Berliner Liedern. Bevor ihr die Ausstellungsräume betretet und in die Geschichte der Berliner Polizei eintaucht, nimmt euch dieser musikalische Gruß mit auf eine kleine Zeitreise zurück in vergangene Jahrzehnte der Stadt – ein charmanter, unaufdringlicher Auftakt für den ganzen Museumsbesuch, der schon vor der ersten Vitrine gute Laune macht.
Der Natur auf der Spur: Eine Schnitzeljagd
Kostüm an, Lupe raus: An diesem Abend werden Kinder im Haus der Kulturen der Welt zu Detektiv*innen und begeben sich auf eine Rallye durch das Gebäude. Sie folgen Spuren, knacken Rätsel und sammeln nach und nach Hinweise, die sie den Tieren im benachbarten Tiergarten näherbringen - wer kümmert sich eigentlich um sie, und wer sollte es tun? Am Ende der Tour wartet kein ruhiger Abschluss, sondern ein lauter, bunter Umzug durchs Haus. Wer einmal verstanden hat, warum Tiere Schutz brauchen, trägt diese Erkenntnis gern mit Trommeln und Rufen weiter in die Nacht.
Führung durch die Archenhold-Sternwarte
Die Archenhold-Sternwarte im Treptower Park gilt als älteste und größte Volkssternwarte Deutschlands – entstanden aus dem ehrgeizigen Plan, ein Riesenfernrohr für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Führung nimmt euch mit auf einen Streifzug durch die Baugeschichte des Hauses und zeigt, welche Umbrüche es seither erlebt hat: von der Eröffnung über die Kriegsjahre bis zur heutigen Nutzung. Wer unter der historischen Kuppel steht, bekommt ein Gefühl dafür, wie viel Technikgeschichte an diesem Ort steckt. Ideal für alle, die sich für Astronomie und Berliner Industriekultur gleichermaßen interessieren.
Seafoam Palace presents „Roadside Picnic”
Der Flakturm Humboldthain wird für einen Abend zur Bühne eines kosmischen Fragments: Die Künstlergruppe „Seafoam Palace" verwandelt ihn mit der Klang- und Lichtinstallation „Roadside Picnic" in ein Zwischenreich zwischen Geschichte und Fantasie. Auf einem atmosphärischen Rundgang lauft ihr durch Projektionen, in denen sich die vertraute Welt allmählich auflöst und etwas völlig Neues, Irreales entsteht – ein sinnliches Erlebnis abseits klassischer Museumsführungen.
Undercover in Charlottenburg – Start im Schloss Charlottenburg (Neuer Flügel)
Fünf Museen, ein ungelöster Fall und jede Menge Hinweise, die nur darauf warten, gefunden zu werden: Bei dieser Detektiv-Tour zieht ihr von der Abguss-Sammlung Antiker Plastik über das Bröhan Museum, das Käthe-Kollwitz-Museum Berlin und die Sammlung Scharf-Gerstenberg bis zum Neuen Flügel von Schloss Charlottenburg. An jeder Station sammelt ihr Spuren zu Täter*in und Tathergang und setzt so nach und nach das Gesamtbild zusammen. Am Ende führt ein Code, den ihr aus den Hinweisen zusammensetzt, zur Auflösung der ganzen Geschichte - ein Fall zum Mitermitteln für die ganze Familie.
Kunstgespräch in DGS zur Ausstellung „Marc Brandenburg. 20th Century Debris“
Veronika Kranzpiller und Sieglinde Lemcke sprechen über die Ausstellung „Marc Brandenburg. 20th Century Debris" – und zwar ausschließlich in Deutscher Gebärdensprache. Das Format richtet sich in erster Linie an taube und gebärdensprachkompetente Besucher*innen, die sich damit ohne Umweg über Lautsprache mit der Ausstellung auseinandersetzen können. Im gemeinsamen Austausch geht es um Brandenburgs Bildwelten und ihre Themen. Ein barrierearmer Zugang zu zeitgenössischer Kunst, der Gebärdensprache nicht als Zusatzangebot, sondern als eigenständige Gesprächsebene versteht.
Das Strafgefangenenarbeitskommando der Frauen
In der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen erzählt diese Führung vom Alltag weiblicher Strafgefangener unter der Kontrolle des Ministeriums für Staatssicherheit. Die Frauen mussten in der Gefängnisküche arbeiten, putzen, nähen, waschen und bügeln – stets unter Beobachtung und häufig auch gegenseitiger Bespitzelung. Doch neben harter Arbeit und Kontrolle entstand in den Arbeitskommandos auch Solidarität: Freundschaften, die den Frauen halfen, die Haftzeit zu überstehen. Die Führung zeigt, wie eng Zwang und Zusammenhalt in diesem Teil der DDR-Geschichte beieinanderlagen.
Tatort Samurai Museum – oder wie Kill Bill ins Museum kam
Uma Thurman taucht unvermittelt auf der Nō-Bühne des Samurai Museums auf – und mit ihr ein Kriminalfall, der Film, Geschichte und Museum ineinander verschwimmen lässt. Ausgehend vom durch die Luft fahrenden Katana entwickelt sich ein interaktiver Krimi, bei dem das ganze Haus zum Tatort wird: Zwischen Rüstungen und Schwertern verstecken sich Hinweise, die es zu entdecken gilt. Japanische „Polizeibeamte“ begleiten die Besucher*innen dabei und helfen, aus Beobachtungen und Kombinationen Schritt für Schritt die Wahrheit zusammenzusetzen.
„Museum der Umschreibung“ – Begrüßung und Einführung
Zum Auftakt stellt Roland Albrecht im Museum der Unerhörten Dinge das Programm des Abends vor und erklärt an Beispielen, wie die hauseigene Abteilung „Kriminalfälle auf Gemälden“ arbeitet: Schon seit jeher sollen Künstler*innen kleine, kaum sichtbare Hinweise auf Verbrechen in ihre Werke eingebaut haben – an diesem Abend werden einige davon öffentlich enthüllt. Konzipiert haben das Programm Nina Herting und Thomas Lorenz, die Texte stammen von Roland Albrecht, den Vortrag hält Nina Herting.
Aus luftiger Höhe – Die Neue Nationalgalerie von oben
Vom Balkon des Turms aus zeigt sich der ikonische Mies-Bau der Neuen Nationalgalerie in einer Perspektive, die sonst kaum jemand zu sehen bekommt: von oben. Bei diesem Programmpunkt blickt ihr aus der Vogelperspektive auf das markante Gebäude und die Skulpturen auf der Terrasse und bekommt zugleich nähere Einblicke in die Architektur des Hauses. Ein besonderer Ausblick für alle, die Berlins Museumslandschaft gern auch mal von oben betrachten wollen.
Praktisches vorweg
Ein paar praktische Dinge zum Rückblick, bevor ihr in die Programmpunkte springt.
- Ticketpreis 23 € / 17 € ermäßigt, Kinder bis 12 Jahre kostenlos. Ein Ticket gilt für alle 75 Häuser und alle vier Shuttle-Buslinien.
- Für Familien lohnt sich das Fenster zwischen 18 und 21 Uhr — danach wird die Nacht zunehmend erwachsenenlastig (Bar-Programm, späte Führungen), viele Familienformate laufen ohnehin nur früh am Abend.
- Vier Shuttle-Buslinien pendeln zwischen den Häusern, alle im Ticket enthalten — welche Linie eure Ziel-Museen verbindet, checkt ihr am besten vorab auf der offiziellen Programmseite, die Routen wechseln von Jahr zu Jahr.
- Plant Pausen ein. Viele Häuser haben Cafés oder Außenflächen — mit kleinen Kindern lieber zwei, drei Häuser entspannt statt viele gehetzt.
Häufig gestellte Fragen
Wann war die Lange Nacht der Museen 2026?
Am Samstag, 29. August 2026, von 18 bis 2 Uhr morgens. Ein Ticket galt für die gesamte Nacht und alle teilnehmenden Häuser. Der nächste Jahrgang findet in einem Jahr statt.
Was kostete der Eintritt für Kinder?
Kinder bis 12 Jahre waren kostenlos dabei. Das reguläre Ticket kostete 23 €, ermäßigt 17 € — beides galt für alle 75 Häuser und alle vier Shuttle-Buslinien.
Wie kam man zwischen den Museen hin und her?
Vier Shuttle-Buslinien pendelten zwischen den Standorten, alle im Lange-Nacht-Ticket enthalten. Für einen entspannten Abend mit Kindern lohnte sich ohnehin eher die Beschränkung auf ein, zwei Häuser in derselben Gegend.
Musste man für die ganze Nacht bleiben?
Nein. Für Familien mit kleineren Kindern eignete sich vor allem das Zeitfenster zwischen 18 und 21 Uhr — danach wurde das Programm zunehmend erwachsenenlastiger.
Wie hat kiez·familie die gezeigten Termine ausgewählt?
Wir haben ausschließlich die vom Programm her tatsächlich familientauglichen Programmpunkte gezeigt — Angebote aus 70 der 75 teilnehmenden Häuser. Für den nächsten Jahrgang gilt dieselbe Auswahl.
Eine Nacht, 75 Museen, ein Ticket
Die Lange Nacht der Museen fand 2026 zum wiederholten Mal statt — am 29. August, von 18 bis 2 Uhr morgens. Ein einziges Ticket (23 €, ermäßigt 17 €, Kinder bis 12 Jahre kostenlos) galt für alle teilnehmenden Häuser und für alle vier Shuttle-Buslinien, die zwischen den Standorten pendelten. Motto 2026 war „Crime in Berlin" — viele Häuser hatten dazu eigene Sonderformate entwickelt, von Kunstfälschung bis Cyberkriminalität.
Warum wir nur die familientauglichen Termine zeigen
Bei 70 der 75 teilnehmenden Häuser gab es Programm, das wirklich für Kinder gemacht war — über 700 Programmpunkte insgesamt: Rallyes, Mitmach-Werkstätten, Führungen, die nicht nur zuhören, sondern anfassen ließen. Genau diese Auswahl zeigen wir hier als Rückblick, damit ihr einen Eindruck bekommt, was euch beim nächsten Jahrgang erwartet.
Der nächste Jahrgang
Die Lange Nacht der Museen findet einmal im Jahr statt — sobald das Programm des nächsten Jahrgangs feststeht, aktualisieren wir diese Seite mit den neuen Terminen und dem Rundgang-Planer.